Die Entstehung von “Walino-Bears” oder wie alles begann:

Es war einmal ein ganz normales Mädchen, das mit ihren Eltern und  zwei Brüdern im badischen Karlsruhe aufwuchs. Nähen und Basteln wurde in der Familie schon immer gross geschrieben. Besonders in der Weihnachtszeit, da roch es überall nach Holz und Leim oder frisch Gebackenem. Bis tief in die Nacht hinein hörte man es hämmern und klopfen. Hier war der Ursprung meiner Begabung. Im Teenageralter übte ich mich im Nähen meiner gesamten Kleidung, hinzu kam ab und zu ein kleines Stofftier oder eine Stoffpuppe. Nach der Lehre als Bankkaufmann, war das Interesse nicht mehr so gross, da andere Dinge ins Rampenlicht traten.

Nach meiner Heirat im Jahre 1980 war die ganze Bastelei in den Hintergrund getreten, da wir uns selbständig machten und eine Weinstube eröffneten. Dies änderte sich erst wieder als meine Tochter im Jahre 1986 auf die Welt kam. Plötzlich änderte sich unser ganzes Leben. Es wurde wieder mehr Wert gelegt  auf Basteleien, Nähen und Stricken.
Ich wurde also wieder in den Bann der Handarbeitsfee genommen.

Dies wiederum nahm mein Bruder zum Anlass, mir als Überraschung einem Bärenkurs zu schenken. Das war im November 1997. Ich war sehr stolz, als ich meinen fertigen Bären zu Hause vorführte. Es war ein klassischer Bär mit kurzen Armen und geraden Füssen. Bis heute hat er einen Ehrenplatz in unserem Wohn- und Arbeitszimmer.
Ich habe dann versucht aus Journalen Teddys nachzuschneidern, doch mit den Ergebnissen war ich nie so richtig zufrieden.
Ich meldete mich dann zu einem Schnitt- und Designkurs bei Manuela Trenz und Eleonore Unkel-Schäufelin an, die mir vermittelten, welche Proportionen ein Bär haben sollte oder wie man einen Schnitt nach seinen Wünschen verändern konnte. Dies war der Beginn für einen Virus, der sich bis heute nicht von einem Arzt therapieren lässt.
Auf jeden Fall lasse ich mir beim Entwerfen von Schnitten immer etwas neues einfallen oder mein Mann kommt mit einem alten Buch nach Hause und sagt, dies gefällt mir, mach das mal nach.

Von klein ( 7 cm ) bis gross (70 cm) , von Clown bis Klassik alles wird ausprobiert. Für die meisten Teddys verwende ich Schulte-Mohair. Grössten Wert lege ich auf eine saubere Verarbeitung. Habe ich dann einen Bär fertiggestellt, geht er zur Kontrolle.
Die ganze Familie gibt ihr Urteil ab, und das ist nicht leicht, alle Meinungen unter einen Hut zu bekommen.
Nach Abnahme durch die Kontrollkommission kann der Bär in die Produktion gehen. Meist entstehen kleine Serien in verschiedenen Grössen.

Leider ist unsere Wohnung nicht sehr gross, so dass sich alles im Wohnzimmer abspielt. Wenn mich jemand besuchen möchte, ist es deshalb ratsam, sich vorher anzumelden.
Wenn ich in die Produktion mit meinen Bären gehe, hat das Familienleben nur eine untergeordnete Rolle. Alles muss dann nach meiner Pfeife tanzen. Mein Mann zimmert mit Holz Liegestühle oder Schlitten , meine Tochter ist mit Fimo beschäftigt oder muss Knöpfe annähen und unser Nymphensittich fliegt zu mir auf die Nähmaschine und überprüft, ob alles sauber verarbeitet wird. Geht es ihm zu lange, zieht er mir schon mal den Faden aus der Maschine oder sitzt mir beim Nase sticken auf der Schulter und zupft an den Haaren.

Meine Favoriten sind Minibären, die sich besonders als Clowns in die Herzen der Sammler eingeschlichen haben.
Es ist mir aber wichtigsten, in den Augen eines Sammlers oder Besuchers auf Börsen zu sehen, dass es mir wieder gelungen ist, anderen Menschen eine Freude zu bereiten.

Meine bisher grössten Erfolge waren 1999 und 2000 der erste Platz bei der “EURO-TEDDY “ in Essen in der Kategorie “ Miniaturbären bekleidet “ und 2000 der zweite Platz in der Kategorie “ Künstlerbär bekleidet “, sowie 1999 und 2000 den Sonderpreis des Puppenhausmuseums Basel.
Im Jahre 2000 und 2001 kam noch eine Nominierung beim EVA Award in London hinzu, sowie eine Teilnahme bei einem Japanischen Wettbewerb und bei TEDDYBÄR TOTAL , bei dem leider nur vom 6. Platz zu berichten ist.

Zum Schluss möchte ich noch zwei Menschen danken, die mir in meinem Leben sehr viel bedeuten.
Zuerst meinem Mann, denn ohne seine Hilfe und sein Verständnis wäre mein Künstlerdasein nicht möglich und als zweites meiner Tochter, die oft schon wegen meines “ Virus “ zu kurz gekommen ist.